Osteoporose und Altersmedizin – die SüdpfalzDOCs vertiefen IhrWissen zu Diagnostik, Therapie und Versorgungskonzepten

Am 8. Oktober nahmen 20 Mitglieder der SüdpfalzDOCs an einer interdisziplinären Fortbildung in Neustadt an der Weinstraße teil. Im Fokus standen zentrale Aspekte der Altersmedizin – insbesondere die Herausforderungen der Osteoporose im höheren Lebensalter.

Osteoporose ist ein komplexes und multifaktorielles Krankheitsbild in der hausärztlichen Versorgung. Aufgrund ihres oft unbemerkten Verlaufs, des hohen Frakturrisikos und vielfältiger Begleiterkrankungen sind eine gezielte Diagnostik und ein frühzeitiger Therapiebeginn besonders wichtig. Die interaktive Präsenzfortbildung in Neustadt bot praxisnahe Einblicke in den aktuellen Stand der Diagnostik und Therapie osteoporosebedingter Erkrankungen.

Dabei erhielten die Teilnehmenden SüdpfalzDOCs aktuellen Input von drei hochkarätigen Referenten aus der Region:

  • Dr. Tobias Gäbelein, Chefarzt der unfallchirurgischen und orthopädischen Abteilung der Asklepios Südpfalzklinik in Kandel,

  • Dr. Irene Lorenzini, Chefärztin Geriatrie, Asklepios Südpfalzklinik in Kandel

  • Dr. Holger Werner, niedergelassener Facharzt für Orthopädie in Germersheim.

Frakturen im Alter – welche Versorgung braucht es wann

Zu Beginn der Fortbildung beleuchtete Dr. Gäbelein die unfallchirurgischen Aspekte typischer Frakturen im höheren Lebensalter. Im Fokus standen dabei Humerus- und Wirbelkörperfrakturen sowie knöcherne Verletzungen im Bereich des Beckens und des Oberschenkelhalses. Zudem stellte er das Alterstraumazentrum des Asklepios Südpfalzklinikums Kandel vor, erläuterte die dortigen Versorgungsmöglichkeiten und erklärte die Kriterien für Einweisungen oder Überweisungen aus haus- und fachärztlicher Praxis.

Geriatrie: Multidisziplinäre Medizin

Dr. Lorenzini stellte das umfassende Behandlungsspektrum der geriatrischen Abteilung der Klinik Kandel vor. Neben dem geriatrischen Assessment und den typischen Arbeitsabläufen einer geriatrischen Station wurden häufige Krankheitsbilder des höheren Lebensalters thematisiert. Die enge Schnittstellenarbeit zwischen hausärztlicher Versorgung, Fachärzt:innen und geriatrischen Einrichtungen wurde dabei als Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung betont.

Osteoporose: Update Diagnose und Therapie in der Hausarztpraxis

Im Hauptvortrag des Nachmittags zum Thema Osteoporose unterstrich Dr. Werner zunächst die große Relevanz dieser Erkrankung, die trotz hoher Prävalenz in der Bevölkerung häufig unterdiagnostiziert bleibt. Er präsentierte aktuelle Zahlen zur Häufigkeit der Erkrankung und betonte die erheblichen Risiken, die durch Folgefrakturen entstehen – sowohl für die betroffenen Patientinnen und Patienten als auch hinsichtlich der Kosten für das Gesundheitssystem.

Besonders ging Dr. Werner auch auf zentrale Fragestellungen für die hausärztliche Praxis ein: Wann und wie sollte Osteoporose gescreent werden? Wie wird die Indikationsstellung für Basis- und weiterführende Diagnostik getroffen, zum Beispiel mithilfe von Risikotabellen und der Osteodensitometrie? Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Beginn, die Intensivierung oder eine Pause der medikamentösen Behandlung? Abgerundet wurde sein Vortrag durch eine Vorstellung der aktuellen DVO-Leitlinie zur Osteoporosetherapie, die evidenzbasierte Empfehlungen für die Versorgung bietet.

– Pauline Imme

 
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